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Ernst Reiner automatisiert CNC-Fertigung mit Roboterzellen
EGS Automation und Yaskawa-Roboter ermöglichen flexible Serienfertigung und stabile Prozesse bei steigender Variantenvielfalt.
www.yaskawa.eu.com

Die Ernst Reiner GmbH & Co. KG ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Sitz in Furtwangen. Ursprünglich als Hersteller von Stempeln gegründet, hat sich das Unternehmen zu einem Anbieter mobiler Kennzeichnungssysteme, Scanner und Präzisionstechnik entwickelt.
In der Sparte Präzisionstechnik fertigt Ernst Reiner mittlere Serien zwischen 1.000 und 100.000 Teilen pro Jahr. Das Leistungsspektrum umfasst Blechbearbeitung, zerspanende Fertigung sowie Verfahren wie Spritzguss, Druckguss und Metal Injection Molding.
Mit steigender Variantenvielfalt und sinkenden Stückzahlen stieß die bisherige, teilweise intern entwickelte Automatisierung jedoch an ihre Grenzen. Gleichzeitig erhöhten Fachkräftemangel und der Wunsch nach mannlosen Schichten den Druck, neue Lösungen zu finden.
Anforderungen an flexible und robuste Automatisierung
Ziel war eine Automatisierungslösung, die sich flexibel an unterschiedliche Werkstücke und Prozesse anpassen lässt. Neben Effizienz und Prozessstabilität spielte auch die einfache Integration in bestehende Maschinen eine wichtige Rolle.
Nach einer umfassenden Evaluierung entschied sich Ernst Reiner für eine Zusammenarbeit mit EGS Automation, unter anderem aufgrund der regionalen Nähe und der Erfahrung im Sondermaschinenbau.
Integration einer Roboterzelle in bestehende CNC-Fertigung
Die erste Automationslösung wurde an ein bestehendes CNC-Bearbeitungszentrum angebunden. Die Maschine arbeitete zuvor mit manueller Beladung. Die Roboterzelle wurde so konzipiert, dass sowohl automatischer als auch manueller Betrieb weiterhin möglich ist.
Die Umrüstung der Maschine – insbesondere die Anpassung von Spannvorrichtungen – erwies sich als aufwendiger als erwartet. Die Integration der Robotertechnik selbst verlief jedoch reibungslos, unterstützt durch praxisnahe Schulungen.
Die Anlage übernimmt das vollständige Be- und Entladen der Maschine. Rohteile werden aus Werkstückträgern entnommen, ausgerichtet und zwischengespeichert. Vor dem Einlegen neuer Teile werden Spannvorrichtung und Fertigteile mittels Druckluft gereinigt, um Prozesssicherheit zu gewährleisten.

Standardisierte Handhabung mit Industrierobotern
Das Werkstückhandling erfolgt mit einem 6-Achs-Roboter von Yaskawa, der durch Reichweite, Traglast und kompakte Bauweise für die Anwendung geeignet ist.
Die Werkstücke werden in standardisierten Kleinladungsträgern (KLT) bereitgestellt, die mit werkstückspezifischen Inlays ausgestattet sind. Diese ermöglichen eine präzise Positionierung und reproduzierbare Übergabe an den Roboter.
Die Werkstückträger werden über ein Palettiersystem bereitgestellt, das mehrere Träger stapeln kann. Je nach Anwendung ermöglicht dies autonome Laufzeiten von einer Schicht bis hin zu einem Wochenende.
Skalierbare Automatisierung und weitere Ausbaustufen
Nach dem erfolgreichen Betrieb der ersten Anlage wurden zwei weitere, nahezu identische Roboterzellen installiert. Die Schnittstellenintegration verlief dabei erneut ohne größere Anpassungen.
Parallel baut Ernst Reiner internes Know-how im Bereich Robotik auf und nutzt eigene Systeme für Versuchsaufbauten. Eine weitere Automatisierungslösung ist bereits in Planung: eine Roboterzelle für die Spritzgussfertigung, die den gesamten Prozess von Einlegen über Prüfen bis Verpacken automatisiert abdecken soll.
Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit
Die Automatisierung bei Ernst Reiner verfolgt eine klare strategische Zielsetzung: Entlastung von Fachkräften, Stabilisierung von Prozessen und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit.
Durch die Kombination aus modularer Automatisierung, standardisierten Komponenten und partnerschaftlicher Zusammenarbeit konnte das Unternehmen eine flexible und zukunftsfähige Fertigungsstruktur aufbauen, die sich an wechselnde Anforderungen anpassen lässt.
Bearbeitet von Romila DSilva, Induportals-Redakteurin, mit Unterstützung von KI.
www.yaskawa.de

