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XPlanar verkürzt Produktionsvorlauf von Wochen auf Stunden
Forscher der Universität Aalborg gehören weltweit zu den ersten, die das XPlanar-Transportsystem von Beckhoff in hochentwickelten Laserprozessen testen. Dies ermöglicht eine flexible, softwaregesteuerte Produktion von Präzisionsmetallbauteilen.
www.beckhoff.com

Anwendungsbereich: Planarmotor-Transportsysteme, Magnetschwebemechanik, Mehrachs-Laserbearbeitungssimulation
Industriesektor: Metallurgie, fortschrittliche Fertigung (Advanced Manufacturing), Werkzeugmaschinensysteme, akademische Forschung
Die Universität Aalborg (AAU) hat das Planarmotor-Transportsystem Beckhoff XPlanar in ihrem Institut für Werkstoffe und Produktion (Department of Materials and Production) eingesetzt, um von einer starren, werkzeugbasierten Blechfertigung zu einer softwaregesteuerten digitalen Produktionsarchitektur überzugehen. Der technische Einsatz integriert Magnetschwebe-Transportzellen und eine einheitliche Automatisierungssoftware-Schnittstelle, um große hydraulische Pressen und spezielle Abkantpressen durch eine modulare Werkstückpositionierung mit sechs Freiheitsgraden zu ersetzen. Durch die Verlagerung des Teilehandlings von traditionellen Knickarmrobotern oder manuellen Positionierungsaufbauten hin zu schwebenden Permanentmagnet-Movern eliminiert die Forschungseinrichtung mehrwöchige Werkzeugvorlaufzeiten, stabilisiert die Werkstückbahnen während der Präzisionslaserbearbeitung und minimiert den Materialausschuss bei der Rohstoffverarbeitung.
Überwindung langer Werkzeugvorlaufzeiten und Robotertrajektorientoleranzen in der Kleinserienfertigung
Die Metallfertigung von kleinen und mittleren Serien war in der Vergangenheit stets durch Rüstbeschränkungen schwerer Maschinen und starre mechanische Werkzeuganforderungen limitiert. In einer konventionellen Fertigunglinie erfordert das Umformen, Biegen oder Gravieren kundenspezifischer Stahlbauteile große Industriepressen, komplexe mehrteilige Biegewerkzeuge und manuelles Materialhandling. Dieser Arbeitsablauf erfordert regelmäßig kapitalintensive Werkzeugkonstruktionsphasen, was zu Vorlaufzeiten von vier bis sechs Wochen führt, bevor ein neues Bauteilprofil in die aktive Produktion gehen kann. Da konventionelle Fertigungsstrukturen zudem auf separaten, nicht miteinander kommunizierenden Maschinen für unterschiedliche Prozessschritte basieren, müssen Werkstücke manuell zwischen den einzelnen Stationen transferiert werden. Dies führt zu Fertigungsverzögerungen, lokalen Positionierungsabweichungen und geometrischen Abweichungen von Bauteil zu Bauteil.
Um diese Einschränkungen durch starre Werkzeuge zu umgehen, suchten Forscher der Universität Aalborg nach einem vollständig digitalen Produktionskonzept, das hochpräzises Umformen und Gravieren mithilfe von lokalisierter, computergesteuerter Lasertechnologie ausführen kann. Die Implementierung dieser Methode erforderte jedoch einen Hochgeschwindigkeits-Materialhandling-Mechanismus, der in der Lage ist, Metallwerkstücke mit Mikrometerpräzision unter einem stationären Laserkopf zu führen. Standardmäßige mehrachsige Knickarmroboter erwiesen sich als unzureichend, da ihre inhärenten Gelenktoleranzen und strukturellen Umkehrspielprofile nicht die gleichmäßige Bahntreue und hohe Wiederholgenauigkeit liefern können, die für eine präzise Laserbearbeitung erforderlich sind. Um diese kinematischen Ungenauigkeiten zu eliminieren, eine präzise Bauteilpositionierung zu gewährleisten und verschiedene Materialbearbeitungsschritte auf der Stellfläche einer einzigen Arbeitsstation zu kombinieren, entschied sich die Universität für eine offene Softwaresteuerungs-Architektur auf Basis von Magnetschwebetechnik.
Implementierung unabhängiger Magnetschwebe-Mover für die kontinuierliche All-in-One-Laserbearbeitung
Der Einsatz der modularen Planarmotor-Infrastruktur vereint Hochgeschwindigkeits-Magnettransport, mehrachsige räumliche Anpassungen und eine offene Schnittstellen-Maschinenautomatisierung in einer einzigen, kohärenten Laserplattform:
- Magnetschweben mit sechs Freiheitsgraden: Das System funktioniert, indem elektrisch passive Permanentmagnet-Mover über einem kompakten Raster aus aktiven elektromagnetischen Kacheln (Tiles) schweben. Die Werkstücke werden direkt auf speziellen Trägern (Carrieren) auf den Movern befestigt, sodass das System schnelle horizontale, vertikale, kippende und um 360 Grad rotierende Bahntrajektorien mit einer registrierten Wiederholgenauigkeit von ±5 µm über sechs räumliche Achsen hinweg ausführen kann.
- All-in-One-Prozessintegration und parallele Fertigung: Indem der physische Pfad des Werkstückträgers gesteuert wird, anstatt einen schweren Laserkopf über mehrachsige Portalsysteme (Gantries) zu manövrieren, vereint die Anlage Gravieren, Laserbiegen und schnelle Materialumformung in einem einzigen, einheitlichen Arbeitsraum. Die offene Softwarearchitektur unterstützt die gleichzeitige Koordination unabhängiger Mover, die für unterschiedliche Produktdesigns konfiguriert sind. Dies ermöglicht es den Forschern, parallele Prototyping-Sequenzen durchzuführen und Fertigungsunterschiede in Echtzeit zu überwachen.
- Optimierte thermische Übergabe und Abfallreduzierung: Die Tracking-Software verwaltet automatisierte Bauteil-Warteschlangen, indem sie frisch geschnittene oder lasergebogene Bleche zum Abkühlen auf dafür vorgesehene Kachelsektoren beiseite fährt, während gleichzeitig neues Material unter den optischen Bearbeitungskopf geleitet wird. Die Umstellung auf diese softwaregesteuerte On-Demand-Methodik verkürzt die Gesamtzeit vom ersten CAD-Entwurf bis zum fertigen Bauteil auf ein Zeitfenster von nur ein bis zwei Stunden, während der Rohmaterialverschnitt und der Überproduktionsausschuss systematisch um mindestens 10 Prozent reduziert werden.
- Offene Softwareplattform und Multiprotokoll-Konnektivität: Softwareentwickler nutzen TwinCAT als offene, einheitliche Steuerungsumgebung (Control Engine), um das gesamte mechatronische Netzwerk zu steuern. Die flexiblen Softwaremodule und herstellerunabhängigen Treiberschnittstellen der Plattform ermöglichen die direkte Integration externer Thermosensoren, digitaler Bildverarbeitungskameras und industrieller Lasersubsysteme in eine einzige Laufzeitumgebung, ohne die Einrichtung an eine proprietäre Hardwarearchitektur eines einzelnen Herstellers zu binden.

AAU-Anlage zur Erforschung neuer Wege bei der Entwicklung und Hestellung von Metallteilen
Zusätzlicher Kontext
Der folgende Abschnitt enthält technische Spezifikationen, die in der ursprünglichen Anwendungsgeschichte nicht enthalten waren.
Betriebliche Fähigkeiten von Planarmotorsystemen
Moderne industrielle Planarmotor-Plattformen verändern den Produktfluss, indem sie traditionelle mechanische Komponenten – wie Bandförderer, Rundschalttische und Taktzuführungen – durch unabhängige mechatronische Mover ersetzen, die mithilfe softwaregesteuerter elektromagnetischer Felder schweben.
Der folgende Abschnitt enthält technische Spezifikationen, die in der ursprünglichen Anwendungsgeschichte nicht enthalten waren.
Betriebliche Fähigkeiten von Planarmotorsystemen
Moderne industrielle Planarmotor-Plattformen verändern den Produktfluss, indem sie traditionelle mechanische Komponenten – wie Bandförderer, Rundschalttische und Taktzuführungen – durch unabhängige mechatronische Mover ersetzen, die mithilfe softwaregesteuerter elektromagnetischer Felder schweben.
- Reibungsfreie kinematische Präzision: Da die schwebenden Träger keinen physischen Kontakt mit den darunter liegenden Basiskacheln haben, eliminiert das mechatronische System mechanische Reibung, Komponentenverschleiß und strukturellen Abrieb. Dieser berührungslose Betrieb erzielt eine kontinuierliche Positionierwiederholgenauigkeit von bis zu ±5 µm und verhindert gleichzeitig die Entstehung von Partikelemissionen (Abrieb), wie sie in Reinraum- oder Präzisionsbearbeitungsanwendungen üblich sind.
- Dynamische Handlingkapazität: Lineare Transportprofile unterstützen Übergänge mit hoher Geschwindigkeit, wobei passive Mover in der Lage sind, maximale Geschwindigkeiten von bis zu 3 m/s über Multi-Kachel-Konfigurationen hinweg zu erreichen. Dies sorgt für minimale unproduktive Verfahrzeiten zwischen spezialisierten Bearbeitungsknoten.
- Mehrachsige räumliche Steuerung: Über die standardmäßige zweidimensionale planare Positionierung entlang der X- und Y-Achse hinaus ermöglicht der integrierte Software-Regelkreis die präzise Anpassung von Schwebehöhen, Neigungswinkeln und eine vollständige 360-Grad-Rotation. Dadurch wird der Materialträger selbst in einen aktiven mehrachsigen Positioniertisch verwandelt.
Struktureller Vergleich von Materialtransport-Architekturen
Der Übergang von konventionellen mechanischen Förderbändern oder Knickarm-Industrierobotern zu einer integrierten 3D-Planarmotor-Infrastruktur bringt grundlegende strukturelle Änderungen im Design der Fabrikautomatisierung mit sich:
Der Übergang von konventionellen mechanischen Förderbändern oder Knickarm-Industrierobotern zu einer integrierten 3D-Planarmotor-Infrastruktur bringt grundlegende strukturelle Änderungen im Design der Fabrikautomatisierung mit sich:
- Daten- und Bahnsynchronisation: Bei einem traditionellen robotergestützten Handling-Setup ist die Bahnverfolgung häufig fragmentiert, was separate Koordinatentransformationsschritte und manuelle Handshake-Signalisierungen zwischen der externen Robotersteuerung und der primären Werkzeugmaschinenlogik erfordert. Im Gegensatz dazu bietet eine digitale Zwilling-Plattform des Planarmotors eine einheitliche Bahnsynchronisation, die sowohl das Transport-Routing als auch die hochpräzise räumliche Bearbeitung über einen einzigen, zentralen Industrie-PC regelt.
- Prozessflexibilität und Skalierbarkeit: Herkömmliche mechanische Transfersysteme bieten eine geringe betriebliche Flexibilität, da die Änderung eines Produktlayouts oder das Hinzufügen neuer Maschinenschritte eine manuelle Neukonfiguration der Fabrikhalle, eine physische Anpassung der Förderbänder und längere Ausfallzeiten erfordert. Ein elektromagnetisches Planarmotor-Layout zeichnet sich durch hohe Modularität aus. Ingenieure können die Produktionskapazitäten einfach erweitern, indem sie zusätzliche Basiskacheln aneinanderreihen und neue softwaredefinierte Bahnanweisungen auf die bestehende Mover-Flotte aufspielen.
- Anlagenauslastung: Traditionelle sequentielle Fertigungslinien leiden unter einer ineffizienten Maschinenauslastung, da ganze Abschnitte der Linie warten oder pausieren müssen, wenn ein einzelnes Bauteil eine längere Bearbeitung oder lokale thermische Abkühlphasen erfordert. Ein aktives Planarmotorennetzwerk etabliert eine kontinuierliche Anlagenoptimierung durch den Einsatz asynchroner Routing-Algorithmen; einzelne Mover können vom Hauptpfad abweichen, um Teile in speziellen Puffer- oder Kühlzonen zu halten, während andere Shuttles die aktive Laser-Arbeitsstation ohne Unterbrechung passieren.
Redigiert von Romila DSilva, Induportals Editor, mit KI-Unterstützung.

